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64 Dtsch. Z. Ges. Gerichtl. Med. 1 (1968-1969)

handle is hein.journals/injlegame64 and id is 1 raw text is: Deutsche Zeitschrift fur gerichtliche Medizin 64, 1-8 (1968)

Enzymhistochemischer Nachweis
des frischen Myokardinfarkts bei Fillen
von vermutetem gewaltsamem Tod
A. J. JAXSKELAINEN
Institut fur gerichtliche Medizin der Universitat Turku
(Vorstand: Prof. Dr. J. RAEKALLIO)
Eingegangen am 20. Januar 1968
Der frische Myokardinfarkt bietet ein kompliziertes Problem fur die
gerichtsmedizinische Untersuchung wegen des relativ spiten Vorkom-
mens der histologisch nachweisbaren Veranderungen im      Herzmuskel
(10-12 Std nach dem     CoronarverschluB, MALLORY u. Mitarb., 1939;
KNIGHT, 1967). In den letzten Jahren sind einige enzymhistochemische
Untersuchungsmethoden zum      Nachweis des Herzinfarkts angewandt
worden (z. B. JAASKELAINEN, 1966, 1967; SEIFERT, 1967). Aus diesen
Studien geht hervor, daB mehrere Stunden vor anderen morphologischen
Anzeichen des Myokardinfarkes schon Veranderungen in der Enzym-
aktivitdt des anoxischen Herzmuskels zu beobachten sind (Ji1sKE-
LAINEN, 1967). Besonders giinstig hat sich die Cytochromoxydaseaktivitst
als Indicator fur frischen Herzinfarkt erwiesen (JllSKELAINEN, 1966).
In Fallen von vermutetem   gewaltsamen Tod ist der Nachweis eines
Myokardinfarkts entweder als positive Todesursache oder als nicht in
Betracht kommender Faktor sehr wichtig fur die Rekonstruktion des
Tatherganges. Dies hat uns veranlaBt, die folgenden Falle, wo die enzym-
histochemischen Methoden fur den Nachweis des Myokardinfarkts
angewandt worden sind, zu ver6ffentlichen.
Material and Methode
Das Material wurde aus dem Obduktionsgut des Instituts fur gericht-
liche Medizin der Universitat Turku wihrend der Jahre 1966/67 aus-
gewshlt.
Fall 1. Ein 49jahriger Inspektor wurde in schwachem Zustand in seinem Pkw
aufgefunden. Das Auto stand am StraBenrand. Der Verdacht einer Kohlenmonoxyd-
vergiftung lag vor. Der Fahrer wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er 2 Std
spiter verstarb.
Die Anamnese erwihnte keinerlei Krankheiten oder Symptome eines Herz-
leidens. Auch in der Obduktion konnten keine Hinweise auf eine Kohlenmonoxyd-
vergiftung festgestellt werden. Die Kranzschlagadern zeigten maBige bis mittel-
schwere Einengungen. Keine Okklusion und kein Thrombus wurden beobachtet.
1 Dtsch. Z. ges. gerichtl. Med., Bd. 64