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59 Dtsch. Z. Ges. Gerichtl. Med. 1 (1967)

handle is hein.journals/injlegame59 and id is 1 raw text is: Deutsche Zeitschrift fur gerichtliche Medizin 59, 1-10 (1967)

Zur Frage des plotzlichen Todes
Beim sogenannten Myelolipom der Nebennieren
R. R. HEIM und K.-J. HEMPEL
Abteilung fir Neuropathologie am Pathologischen Institut
(Direktor: Prof. Dr. H. BREDT) der Johannes-Gutenberg-Universitat Mainz
Eingegangen am 6. Juni 1966
fber das Vorkommen von hamopoetischem Gewebe in der Neben-
niere ist seit der Beschreibung durch v. GIERKE haufiger berichtet
worden. Da sich die Knochenmarksherde meist schon makroskopisch
gut gegen die Umgebung abgrenzen lassen, wurde vielfach die Auf-
fassung vertreten, da13 es sich um echte Tumoren handelt (v. GIERKE,
BRIAN, HOPF, PLAUT). Nach OBERLING wird diese Tumorform als Myelo-
lipom bezeichnet. Andere Autoren lehnen einen echten Geschwulst-
charakter der Blutbildungsherde ab (Soos, BARTEN, HEMPEL und HEIM).
Das Myelolipom ist fast immer ein Zufallsbefund bei Obduktionen.
SCHMIDT konnte bei seiner Beobachtung erst nachtraglich einen Zu-
sammenhang zwischen dem Tumor und dem plotzlichen Tod des Tragers
vermuten. Lediglich PARSONS und THOMrSON berichten fiber einen Fall,
bei dem ein Myelolipom klinisch festgestellt und operativ entfernt wurde ;
die klinischen Erscheinungen des Tumors waren jedoch nur durch seine
Grade bedingt und nicht spezifischer Art. In dem von GtLZow mit-
geteilten Fall handelte es sich um ein hormonell aktives Nebennieren-
rindenadenom, in welchem als zweite Gewebskomponente blutbildendes
Knochenmark gefunden wurde. Myelolipome finden sich in der Neben-
niere und im periadrenalen Fettgewebe (PLAUT). BRIAN berichtet fiber
einen Fall mit Lokalisation zwischen linker Niere und Nebenniere. Nur
von HERZENBERG ist ein Beobachtung mit SitZ in einer akzessorischen
Nebenniere im Ligamentum hepatoduodenale bekannt.
Die GrSBenangaben der Tumoren im Schrifttum schwanken im allgemeinen
zwischen 8:4 mm und 2,5:1,5:1 cm, also zwischen Erbs- und KirschgrdBe. PLANT
gibt in seinem Beobachtungsgut einmal 4 cm, finfmal 2-4 cm, iSmal 1-2 cm,
elfmal 0,5-1 cm und neunmal kleiner als 0,5 cm an. Allerdings sind auch Befunde
von erheblich grSBerem AusmaB bekannt geworden (PARSONS und THoMrsoN:
25:12:9 cm).
Am Aufbau des Tumors nehmen alle Elemente des normalen Knochen-
marks tell, also Reticulumzellen, Myeloblasten bis zum ausgereiften
Leukocyten, Proerythroblasten bis zum Erythrocyten, ferner Megalo-
blasten, Lymphoblasten, Lymphocyten und Megakaryocyten, daneben
auch in reichlichem MaBe Fettmark mit Sinusoiden. Das Verhiltnis der
1 a Dtsch. Z. ges. gerichtl. Med., Bd. 59