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27 Dtsch. Z. Ges. Gerichtl. Med. 1 (1937)

handle is hein.journals/injlegame27 and id is 1 raw text is: (Aus dem Gerichtlich-Medizinischen Institut der Universitit Zurich,
Direktion: Prof. Dr. H. Zangger.)
Quantitative Untersuchungen der Katalase und Peroxydase
im Blutfleck.
Beitrag zur Altersbestimmung von Blutspuren.
Von
Dr. med. Fritz Schwarz,
Oberarzt and Bezirksarzt.
Einleitung.
Beim Experimentieren mit Benzidinlosungen bestimmter Konzen-
tration fiel uns auf, daB die Peroxydasereaktion mit Blut bzw. mit
Blutl6sungen langsamer eintrat und schwicher wurde, je alter das Blut
bzw. je alter die Blutl6sungen waren, eine Erscheinung, die auch andere
Autoren (Alke, Medinger u. a.) erwahnen. Wir fanden feruer, daB
Spongiosateilchen frischer Knochen (wir benutzten Knochenteilchen
aus dem frisch aufgesigten Humerus- oder Femurkopf) intensive Re-
aktion mit Benzidin ergaben, wihrend der Ausfall bei alten Knochen
negativ war, sofern wir mit gleich starken Benzidinlosungen arbeiteten,
jedoch positiv wurde, wenn wir die Benzidinlosungen verstarkten.
Leider erlaubt uns das Knochenmaterial unseres Institutes nicht, diese
Abnahme der ReaktionsintensitAt, die vielleicht zur Altersbestimmung
von Khochen mitherangezogen werden k6nnte, quantitativ zu verfolgen.
Die wenigen Beobachtungen, die wir an Knochenteilchen machen
konnten, bewogen uns dann, den quantitativen Ausfall der ,,Oxyda-
tionsreaktionen in der Blutspur zu verfolgen, wobei wir hoffen durften,
aus der Intensitat der Reaktion Beziehungen zum Alter der Blutspur
herauszufinden. Zur Ausfiihrung unseres Vorhabens wahlten wir die
Katalasebestimmung und die Peroxydasebestimmung, die sich beide
relativ einfach quantitativ durchfiihren lassen. Die bestehenden Me-
thoden, die fur die Untersuchung frischen Blutes angegeben wurden,
muBten wir natnrlich unseren Zweeken zuerst anpassen.
Die Altersbestimmung von Blutspuren ist in der methodischen
Entwicklung, welche in der gerichtlichen Medizin in den letzten Jahr-
zehnten eingesetzt hat, zuriiekgeblieben. Fnr die meisten Aufgaben,
die uns zur Lsung gestellt werden, stehen uns heute nicht nur quali-
tative, sondern n6tigenfalls auch quantitative Verfahren zur Verfi-
gung. Unablassig wird an ihrer Verfeinerung, Vereinfachung, an der
Ausmerzung von Fehlerquellen, an der Kombination wesensverschie-
dener Methoden und damit an der Erh6hung des Sicherheitsgrades
gearbeitet. Wir erinnern in diesem Zusammenhang beispielsweise an die
Z. f. d. ges. Gerichtl. Medizin.  27. Bd.            1