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23 Dtsch. Z. Ges. Gerichtl. Med. I (1934)

handle is hein.journals/injlegame23 and id is 1 raw text is: Richard Kockel f.

Richard Kockel ist am 19. I. dieses Jahres, 14 Tage
nach seinem 69. Geburtstage, fur immer von uns gegan-
gen. Kaum einer hat geahnt, daB sein Heimgang so schnell
und unerwartet eintreten werde. Noch bis in das neue
Jahr hinein konnte man ihn mit voller Arbeitslust und
regstem  Interesse titig sehen. Dann machten sich bei
ihm die seit einiger Zeit aufgetretenen Schmerzen haupt-
sdchlich im Bereiche der Hauptnervenstamme des rechten
Armes in zunehmendem MaBe bemerkbar. Diese lieBen
bald keinen Zweifel mehr daran iibrig, daB sie durch Ein-
wirkung rasch sich ausbreitender, bdsartiger Geschwulst-
massen zustande kamen. Sie haben ihren Ursprung von
einem Luftr6hrenkrebs genommen. Jetzt, wo seine letzte
RuhestAtte mit frischen Kranzen bedeckt ist, wollen wir
unseren Blick auf das niberaus harmonisch gestaltete Lebens-
werk dieses groBen Mannes, des hervorragenden Fiihrers
in der deutschen Gerichtlichen Medizin, lenken.
Richard Kockel wurde am 5. I. 1865 als Sohn des Kgl.
Sichs. Geheimen Rates Franz Wilhelm Kockel, Referent
im Kgl. Sachs. Ministerium fur Kultus und Offentlichen
Unterricht in Dresden, geboren. Dort absolvierte er als
Primus omnium die bekannte Kreuzschule. Dann stu-
dierte er in Leipzig Medizin. Im Jahre 1889 legte er die
medizinische Staats- und Doktorpriifung ab. Im folgenden
Jahr wurde er Assistent an der Medizinischen Klinik zu
Leipzig unter Curschmann. Huufig und mit inniger Freude
erzahlte Kockel von der damaligen arbeitsreichen Zeit und
dem frohsinnigen Kreise seiner Freunde und Mitarbeiter,
wie Krehl, von Hiss, A. Westphal, Streng, Fr. Zinsser und
dem kirzlich verstorbenen Romberg. Kockel hat sich dann
als Schuler von Birch-Hirschfeld der Pathologisehen Ana-
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